1. Runde – Landesliga B 2019/20

Ein schöner 4,5:1,5 Sieg gelang den ASK Young Stars zum Ligaauftakt am 21.9.2019 im Klublokal Violett. Einen vollen Punkt konnte auch Stefan Weiss dazu beitragen, der seine erste Turnierpartie für den ASK bestritt.

Bericht von Florian Pöllner

Unser erster Gegner nach dem souveränen Aufstieg der Young Stars im letzten Jahr hieß Ranshofen 3. Wir spielten mit der Aufstellung Reinhard Vlasak (s), Magdalena Mörwald (w), Florian Pöllner (s), Miriam Mörwald (w), Bernhard Leitner (s) und Stefan Weiß (w), der in unserem Verein debütierte.

Ranshofen
war erst sehr spät aufgebrochen und kam daher mit einiger Verspätung an. Sie
waren nicht mit der besten Aufstellung angetreten und auch nur mit 5 Mann (bzw.
einer Frau). So kam es, dass Magdalena keinen Gegner hatte und somit den Punkt
gratis einfahren konnte. Da sollte doch ein Sieg möglich sein.

Als erste Partie war Stefan Weiß gegen Simois Weber (1147) beendet. Bereits früh gewann Stefan einen Bauern, später dann eine Figur. Das Brett war zwar noch voller Figuren aber durch einen Spieß gewann Stefan noch eine zweite Figur. Wenig später war die Partie dann zu Ende. 2:0

Stefan Weiss – Simois Weber

Ziemlich gleichzeitig gab Bernhard Leitner gegen Andreas Esterbauer (1442) in etwa ausgeglichener Lage remis, was uns einen komfortablen Vorsprung bescherte, immerhin reichte uns ein Punkt aus den verbleibenden 3 Partien. Diese dauerten etwas länger.

Im Vordergrund Florian Pöllner und Christa Hackbarth, dahinter Miriam Mörwald.

Nun
zu meiner Partie: ich durfte gegen Christa Hackbarth (1692) ran. In einem
meiner typischen Königsinder tat sich lange Zeit nicht viel, Christa stand
vielleicht etwas besser weil sie die einzig offene Linie unter Beschlag nehmen
konnte. Kritisch wurde es erst, als ich am Königsflügel einen Bauern aufzog, um
einen Springer nicht reinzulassen. Durch den dann leider – und das hatte ich
wieder einmal nicht gesehen – notwendigen Damentausch verlor ich 2 Bauern
ersatzlos. Danach hatte es Christa nicht mehr schwer ihre 2 Freibauern zu
verwerten.

Reinhard hatte wieder einmal eine seiner komplizierten scharfen Partie gegen Wolfgang Söder (1874) auf dem Brett. Ein Remisangebot von Wolfgang lehnte er aus gutem Grund ab. Je länger die Partie dauerte desto zuversichtlicher war Reinhard dass er seine Partie gewinnen würde. Er gewann dann mit seinen Figuren am Königsflügel. Gewonnen!

Reinhard Vlasak am 1. Brett

Nun zur längsten Partie des Tages: Miriam Mörwald gegen Ernst Putz (1721). Sie kam richtig gut aus der Eröffnung, Schwarz spielte etwas unorthodox. Davon ließ sich Miriam aber nicht beeindrucken und baute ihren Positionsvorteil weiter aus, auch der König auf h7 gab eine Zielscheibe ab. Schwarz entschloss sich zum Qualitätsopfer, was aber nichts einbrachte. Das zweite Opfer war nur noch Verzweifluung, am Ende hatte Miriam 2 Qualitäten mehr und eine sichere Königsstellung, der Sieg war damit perfekt.

Miriam Mörwald – Ernst Putz

Wir
hatten zum Einstand 4,5 / 1,5 gewonnen, aber es werden noch schwierigere Gegner
kommen wie die Kaderlisten zeigen.

Etwas durchwachsen lief es für die andere ASK-Mannschaft – den ASK Skywalkern. Das 3:3 auswärts gegen Golling ist zwar kein „Beinbruch“ – aber das Team um Kapitän Stefan Heigerer hoffte doch stark auf einen Auftaktsieg…

Spielbericht von Stefan Heigerer

Voller Vorfreude und Tatendrang machten wir uns auf, um uns im 1. Meisterschaftsspiel mit den Gollinger Schachkollegen zu messen. Wir wussten, dass das Spiel eng werden könnte, da sie mit ihrer Stammaufstellung antraten. Nun zu den Spielen:

Brett 1 Heigerer – Buchebner: Markus dachte schon in den ersten Zügen extrem lange nach, und hatte im 10. Zug nur noch 10 Minuten auf der Uhr, davon vielleicht angestachelt, wollte ich das Spiel verschärfen und griff rücksichtslos zu g4 um einen Bauernsturm auf dem Königsflügel zu initiieren. Schnell erkannte ich, dass dies ein großer Fehler war, da er mit h5 seinerseits die h-Linie öffnete und da er noch unrochiert war, sein Turm gemeinsam mit der Dame einen tödlichen Angriff starten konnte.

Brett 2 Stojakovic – Prüll: Nach einem etwas ungewöhnlichen Beginn in der Englischen Eröffnung konnte man nur schwer erkennen wer in Vorteil kommen könnte. Nach einigen Versuchen auf beiden Seiten des Brettes überlistete Lukas seinen Gegner mit einer kleinen Taktik und gewann einen Bauern. Nun gelang es ihm in ein Doppelturmendspiel mit einem Bauern mehr einzuleiten, eine Ungenauigkeit des Gegners beim Turmabtausch erleichterte Lukas die Gewinnführung.

Brett 4 Anton Wenger – Neuwirth: Gernot musste an diesem Nachmittag zwei Dinge akzeptieren, die ihm im Schach gar nicht gefallen: Eine Eröffnung, die er nicht kennt, und ein Gegner, der mit allen Mitteln ein Remis erzwingen möchte. Zwar lehnte er Remisangebote im 9. und 23. Zug noch ab, aber das ständige Berechnen von Durchbruchs- und Opfermöglichkeiten um doch noch einen Gewinn zu erzwingen verschlang so viel Zeit, dass er schließlich in Zeitnot doch eine dreimalige Zugwiederholung akzeptieren musste. Im Nachhinein gesehen war es wohl ein strategischer Fehler, die Damen früh zu tauschen wenn man auf Gewinn spielen möchte!

Brett 5 Böhm – Windhofer: Gerhard konnte schnell in der Eröffnung an Raum im Zentrum gewinnen. Die Position ähnelte sehr dem Französischen, was dem Gegner auch den wohlbekannten Hebel f6 ermöglichte. Nach Öffnung der F-Linie verbesserte sich die Stellung von Johann, indem er die Schwerfiguren ebendort verdoppelt hatte. Dies reichte den Spielern und sie gaben die Partie Remis.

Brett 6 Nuk – Lederer: Josef Nuk wollte gleich mit einem Gambit auf Anatol Druck ausüben, was dieser aber nicht annahm und sich solide entwickelte. Lustigerweise kam es aber im frühen Mittelspiel dann doch noch zu genau dieser Konstellation, als Anatol einen Bauern auf e5 nehmen konnte, aber in einen gefährlich anmutenden Angriff hineingeriet. Mit geschickten Tauschoperationen gelang es ihm jedoch, den Druck stetig abzuschwächen und mit einem Bauern mehr übrigzubleiben. Durch den harten Verteidigungskampf zermürbt, unterschätzte er leider seine Stellung und gab das Spiel Remis, hier wäre durchaus noch etwas möglich gewesen.

„Spiel der Tages“ – Brett 3 Stader – Reschreiter: Stefan baute sich stabil und nach seinem Standardsystem auf, ohne sich aber einen entscheidenden Vorteil zu erarbeiten. Im Mittelspiel verbrauchte er jedoch sehr viel Zeit um seine Pläne zu schmieden. So kam es, dass er zwar die Qualität gewinnen konnte, aber in Zeitnot in eine unübersichtliche Stellung geriet. Ein schöner Abzugsangriff auf die Dame von Hans Peter brachte „Fire on Board“ (Shirov), da die Dame mitten auf dem Brett kaum Felder hatte und auch sonst einiges hing. Leider konnte Stefan die Gewinnfortsetzung nicht finden und musste sich mit Dame, 2 Türme und 4 Bauern gegen Dame, 2 Läufer, 1 Turm und 3 Bauern begnügen. Sein Gegner ließ sich überraschenderweise zu einem Turmtausch überreden, der aber zusätzlich noch einen gefährlichen Freibauern verlor. Nun war die Zeitnot vorüber und Stefan sah sich einer schwierigen strategischen Entscheidung gegenüber, sollte er die Damen tauschen oder nicht? Er versuchte es stattdessen mit einer Turmaktivierung, was sich leider als die falsche Entscheidung erwies, denn die gegnerische Dame konnte bei einer Mattdrohung mithelfen, was wiederum Stefans Figurenspiel erheblich einschränkte. Als die Stellung zugunsten Hans-Peters zu kippen drohte, fand Stefan ein Qualitätsopfer, das ihm glücklicherweise noch ein Dauerschach ermöglichte.

Nach diesem wahren Thriller wussten wir nicht, ob wir uns über den gewonnenen Punkt freuen oder dem verlorenen nachtrauern sollten. Wir einigten uns auf eine Intensive Nachbesprechung mit „Durstbekämpfung“ in der Innenstadt…

Spielerpaarungen 1. Runde am 21.09.2019

ASK Young Stars Ranshofen 3 4½ : 1½
1 Vlasak, Reinhard, Dr.  1859 Söder, Wolfgang  1874 1 – 0
2 Mörwald, Magdalena  1853 Brett nicht besetzt  0 + – –
3 Pöllner, Florian  1754 Hackbarth, Christa  1692 0 – 1
4 Mörwald, Miriam  1659 Putz, Ernst  1721 1 – 0
5 Leitner, Bernhard  1579 Esterbauer, Andreas 2  1442 ½ – ½
6 Weiss, Stefan  1608 Weber, Simois  1147 1 – 0
SIR Mondsee MOL Mozart/Oberndorf 4½ : 1½
1 Kratschmer, Heinz, DI.  1969 Fanninger, Leon  1937 ½ – ½
2 Prodinger, Johannes  1898 Walkner, Karl  1674 1 – 0
3 Lomsadze, Irakly  1995 Sonnbichler, Rupert  1626 1 – 0
4 Saugspier, Mario  2002 Patscheider, Rudolf,
Dkfm 
1488 1 – 0
5 Havas, Clemens  1816 Friedl, Markus  1851 1 – 0
6 Kratschmer, Ernst  1668 Hagmüller, Josef  1667 0 – 1
Pjesak/Schwarzach1 Union Hallein 1 3 : 3
1 Ljubic, Juro  2144 Halilovic, Husejin  2000 ½ – ½
2 Hasanovic, Nurija  1903 Buchner, Martin  1983 0 – 1
3 Hamzic, Vahidin  1964 Hauthaler, Mario  1979 1 – 0
4 Ljubic, Franjo Jun.  1770 Wallmann, Christian,
Dr. 
1850 1 – 0
5 Huber, Josef  1910 Fischer, Oliver  1688 ½ – ½
6 Sendlhofer, Franz  1612 Leitner, Mathias  1791 0 – 1
Mattighofen 2 ASKÖ Radstadt 4½ : 1½
1 Aßmann, Jürgen  2012 Berger, Herbert  2044 + – –
2 Werdecker, Roland  1912 Hutz, Gerhard  1992 + – –
3 Habermann, Andre  0 Kiss, Josef  1882 ½ – ½
4 Friedl, Gerhard  1786 Sadilek, Heinrich  1888 ½ – ½
5 Feichtenschlager, Josef  1771 Thurner, Hermann  1685 ½ – ½
6 Sycek, Adolf  1568 Steger, Josef  1663 1 – 0
Schattauer Golling ASK Skywalker 3 : 3
1 Buchebner, Markus  2002 Heigerer, Stefan  1928 1 – 0
2 Stojakovic, Miro  1686 Prüll, Lukas  1898 0 – 1
3 Reschreiter, Hans-Peter  1790 Stader, Stefan  1822 ½ – ½
4 Wenger, Anton  1730 Neuwirth, Gernot  1837 ½ – ½
5 Windhofer, Johann  1760 Boehm, Gerhard  1807 ½ – ½
6 Nuk, Josef  1686 Lederer, Anatol  1715 ½ – ½

Tabelle nach der 1. Runde

Rg. Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Wtg1 Wtg2 Wtg3
1 Mattighofen 2 * 2 4,5 0
2 ASK Young Stars * 2 4,5 0
3 SIR Mondsee * 2 4,5 0
4 Schattauer Golling * 3 1 3 1
5 Union Hallein 1 * 3 1 3 1
6 Pjesak/Schwarzach1 3 * 1 3 1
7 ASK Skywalker 3 * 1 3 1
8 MOL Mozart/Oberndorf * 0 1,5 0
9 Ranshofen 3 * 0 1,5 0
10 ASKÖ Radstadt * 0 1,5 0
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