11. Runde – LLA 2017/18

ASK 2 holt sich mit 4 ½ Punkten in der Schlussrunde denkbar knapp den Vize-Meistertitel der Landesliga A. SIR Schaffenrath fängt mit einem ebenso überzeugenden 4 ½ Punktesieg Tabellenführer Schwarzach/Pjesak noch ab und wird Meister.

Zur Ausgangssituation: Vor der gemeinsamen Schlussrunde in Neumarkt war Hochspannung angesagt. 5 Mannschaften lagen extrem eng beieinander. Sogar der ASK als Vierter hatte noch theoretische Chancen auf den Sieg. Dafür hätten wir aber 5 ½ Punkte und die Mithilfe der Gegner benötigt.  Bei einem überzeugenden Sieg war aber zumindest noch der zweite Platz denkbar. Daher gingen wir noch einmal hoch konzentriert und mit Bestbesetzung ans Werk. Aber auch unsere Gegner aus Zell am See war in der Stammformation angetreten, da sich diese als Tabellenachte in Abstiegsgefahr befanden.

 

 

Der Spielverlauf war entsprechend spannend und kostete mir Walter Haselsteiner als kiebitzenden Mannschaftführer etliche graue Haare.

Guter Start: Es entwickelten sich überwiegend ausgeglichene Mittelspiele und in den ersten gut zwei Stunden war kaum ein Vorteil für mich erkennbar. Dann kam aber Bewegung in die Sache.  Helmut Usleber auf Brett 2 legte die Partie gegen Gerald Junger gewohnt zweischneidig an, mit Königen auf verschiedenen Seiten. Beide Kontrahenten griffen die gegnerische Königsstellung an, doch Helmuts Konzept erwies sich überzeugender. Er trieb den h-Bauern energisch voran, setzte mit einem nicht annehmbaren Springeropfer nach und zwang den Gegner dann bald zur Aufgabe. Zum Schluss also doch noch der verdiente Sieg von Helmut in einer für ihn schwierigen Saison. Er hatte sich ja bereit erklärt, als 5 gesetzter lt. Eloliste am schweren Brett 2 anzutreten.

Christoph Löffler  konnte sich mittlerweile auf Brett 1 gegen Lama Dawa einen leichten aber soliden Stellungsvorteil erarbeiten. Er hatte mit dem unkonventionellen nepalesischen Spieler aus dem Vorjahr noch eine Rechnung offen und ging mit entsprechendem Respekt ans Werk. Auch Stefan Heigerer erspielte sich auf Brett gegen die uns unbekannte Ortrun Göschl (1950 Elo) mit drei vorgeschobenen Bauern eine vielversprechende Stellung, die anderen Partien erschienen mir eher ausgeglichen.

Sand im Getriebe:  Im weiteren Verlauf unterlief Christoph aber ein Versehen und er musste zwei Leichtfiguren gegen den Turm geben. Damit schien klar, das eine Remis schon ein optimales Ergebnis wäre, das nur schwer zu erreichen war. Robert Scheiblmeier, unser Edel-Joker auf Brett 5 fand gegen den Routinier Georg Maier keinen Gewinnweg. Bei schon knapper werdender Bedenkzeit bot er Remis, um nicht noch in Verlustgefahr zu kommen. Diese Situation nutzte Stefans Gegnerin Ortun, die einen der drei Bauern erobern konnte mit dem Remisangebot. Wie vorher vereinbart, sollten diese aber nur angenommen werden, wenn wirklich kaum Chancen auf Sieg bestand. Stefan sah zu recht aber Kompensation für seinen Bauern und spielte weiter. Dann passierte leider ein entsetzliches Malheur: Nach dem (vermeintlichen) 40. Zug von Stefan, beim Nachdenken über den 41. viel die Klappe. Ortrun reklamierte, und beim Nachspielen der Partie stellten die beiden fest, dass sie an unterschiedlichen Stellen einen Zug zu viel eingetragen hatten. Ein äußerst unglücklicher Verlust, der Stefan sichtlich am allermeisten ärgerte.  Damit Stand es plötzlich ausgeglichen, mit großer Verlustgefahr für Christoph in den verbleibenden Partien.

Furioses Finale:  Michael Herrmann (Brett 3 gegen Peter Mooslechner)  und Richard Wollrab (Brett 4 gegen Stadlober Gerold) hatten sich durch geduldiges, positionelles Spiel Vorteile erarbeitet. Richard kam in ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern und 3 gegen 2 Bauern. Eigentlich ein Remis-Klassiker. Aber Richard konnte seine verbundenen Bauern geschickt nach vorne treiben, so dass Gerold seinen Läufer opfern musste. Der gegnerische König war damit auch Abseits und Richard konnte die verbleibenden Bauern einkassieren und den Sieg mit seinem verbleibenden Bauern sichern. Michael hatte 2 Mehrbauern, einer davon weit vorgerückt, also Grund zu Optimismus, das er dies in seiner ruhigen Art nach Hause spielt. Und Christoph?  Er hatte durch sehr genaues Spiel dem Gegner das Leben schwer gemacht, und drohte im Endspiel Turm gegen zwei Leichtfiguren einen entfernten Freibauern zu gewinnen. Lama war wohl etwas entnervt und ermöglichte Chrisoph den Rücktausch seines verbliebenen Turm gegen die zwei Leichtfiguren. Bei je drei Bauern am Brett, hatte Christoph einen gedeckten Freibauern. Diesen Vorteil ließ er sich nicht mehr entgehen, setzte ihn opfernd in Bewegung, um gleichzeitig aber 2 gegnerische Bauern zu holen und seinen König so zu postieren, dass der Einzug eines der Bauern zur Dame nicht mehr zu verhindern war. Eine fantastische Wende! Und Michael: Wie so oft in der Saison spielte er die längste Partie des Abends, ließ nichts mehr anbrennend, holte den 4. Sieg am Spieltag und beendete für uns die Saison.

Die Arithmetik des Abends wollte, es das hinter dem Sieger SIR (37 Brett und 14 Mannschaftspunkte) gleich drei Mannschaften mit 36 Brettpunkten die Meisterschaft beendeten. Mit Ranshofen hatten wir sogar gemeinsam 13 Brettpunkte. Laut Spielleiter Klaus Thalhammer zählt dann als 3.Wertung die direkte Begegnung, die wir gegen Ranshofen gewonnen hatten. Entsprechend groß war unsere Freude über den Vize-Meistertitel.  Dass Schwarzach, die als erster in die letzte Runde gestartet waren und ausgerechnet gegen uns in der Vorschlussrunde ihre kroatischen Top-Spieler eingesetzt hatten, am Ende nur 4. wurden, bereitete uns doch eine gewissen Genugtuung.

Meisterschaftsresümee: Von der Setzliste her waren wir nur als 6. in die Saison gestartet. Dass es am Schluss der 2. Platz wurde, unterstreicht die tolle Leistung der Spieler. Alle riefen ihr Potenzial hervorragend ab. Ganz besonders gut gelang das Christoph Löffler, der auf dem schwierigen Brett 1 mit 5 aus 9 Punkten (nur eine Niederlage) wahrlich ein Fels in der Brandung war. Und Michael Herrmann, der meist die längste Partie spielte und sich wie ein Boa Constrictor um den Gegner wickelte, bis diesem in 6 von 9 Fällen die Luft aus ging –  ohne selber jemals in Verlustgefahr zu kommen.

Der wichtigste Erfolgsfaktor war wohl die Kompaktheit der Mannschaft. Wir spielten praktisch mit einem Stamm von 6 Spieler (inkl. Reinhard Vlasak; Robert Scheiblmeier war nur für wenige Einsätze vorgesehen). Stefan Heigerer spielte die 10 Partien durch, Christoph, Helmut, Michael und Richard waren 9 von 10 mal im Einsatz. Reinhard machte nur 3 mal Robert Platz. Insgesamt wurden also nur 4 mal „echte“ Reservisten eingesetzt, wobei diese mit Lukas Prüll und Michael Untersteiner adäquater Ersatz waren, und ich in der Auftaktrunde  durch einen Sieg in der internen Begegnung mein Schärflein beitragen durfte.

Entsprechend toll war der Mannschaftsgeist und alle Spieler gingen immer sehr konzentriert zu Werke. Bis zur 7. Runde lief es sehr gut. Wir hatten teilweise auch glückliche knappe Siege  und hielten Tuchfühlung mit der Spitze. In der 8. Runde gab es aber einen echten Ausrutscher gegen Uttendorf, der unseren entstandenen Titelträumen einen ordentlichen Dämpfer verpasste. In der 9. Runde zeigten wir Moral und fegten mit 5:1 über die Mattighofener hinweg. In der 10 . Runde mussten wir (als einzige Mannschaft in der Meisterschaft) gegen die kroatischen Legionäre antreten und gingen leider mit 5 ½ unter.

Insofern ist unser 2. Platz hart erkämpft aber auch mehr als verdient und entsprechend groß war die Freude nach der Schlussrunde!

 
11. Runde am 07.04.2018
BR ASK 2ELO Zell am SeeELO4.5:1.5
1 Löffler Christoph2059 Lama Dawa18411:0
2 Usleber Helmut2017 Junger Gerald19721:0
3 Herrmann Michael2068 Mooslechner Peter20231:0
4 Wollrab Richard2149 Stadlober Gerold19191:0
5 Scheiblmaier Robert Mag.2144 Maier Georg20380.5:0.5
6 Heigerer Stefan1936 Goeschl Ortrun19420:1
 
BR SIR SchaffenrathELO Schwarzach/Pjesak 1ELO4.5:1.5
1 Durakovic Alman2269 Hecht Hans-Joachim23200.5:0.5
2 Goldbeck Lars2182 Roeberg Frank21911:0
3 Leeb Simon2172 Stöckl Norbert Dr.20011:0
4 Wieneroiter Gerald Mag.2080 Cardaklija Mirsad19930.5:0.5
5 Rosner Gerhard2005 Hamzic Vahidin19440.5:0.5
6 Fuchs Manfred1973 Klinger Josef Sen.18291:0
 
BR Ranshofen 2ELO Mattighofen 1961ELO4:2
1 Bensch Patrick2130 Maierhofer Johann20921:0
2 Schwarzmeier Klaus2160 Jergler Karl-Heinz22070.5:0.5
3 Posch Roland2087 Wahrlich Andreas21430.5:0.5
4 Spiesberger Gerhard2025 Waldner Alois20231:0
5 Vicze Zsofia1535 Aßmann Jürgen20380:1
6 Vicze Kata1516 Friedl Gerhard17531:0
 
BR Ach/Burghausen 1ELO Yokozuna UttendorfELO3.5:2.5
1 Pflug Mathias2207 Danojevic Zivko20261:0
2 Huch Reiner2228 Feichtner Thomas20981:0
3 Stöhr Helmut1985 Schöpf Gerhard18890.5:0.5
4 Festner Konrad1952 Gampersberger Herbert19510.5:0.5
5 Neis Christian1883 Suess Werner DI.19690:1
6 Weise Wolfgang Dr.1940 Keferböck Jewgeni18220.5:0.5
 
BR Mozart 1910ELO Erdbau Mayrhofer Neumarkt 2ELO3:3
1 Hanel Reinhard Dr.2234 Kaspret Guido Mag.22560.5:0.5
2 Opl Klaus Dr.2186 Zebedin Wolfgang Dr.20750:1
3 Hinteregger Arthur2104 Wuppinger Manfred20001:0
4 Donegani Peter2022 Baier Patrick19680:1
5 Holzinger Helmut-Christian1937 Kampl Walter17841:0
6 Kleiter Gernot Dr.1821 Kriechbaum Paul17000.5:0.5

 


Schwarzach verspielte in „Normalbesetzung“ mit GM Hecht am 1. Brett die Chance auf den Titel

SIR Schaffenrath holte sich im direkten Duell mit einem überzeugenden Sieg über Schwarzach den Titel des Salzburger Landesmeisters.

Ach/Burghausen sicherte sich mit einem knappen Sieg über die Yokozunas aus Uttendorf den Klassenerhalt

Hatten die Uttendorfer schon eine Vorahnung, dass es nicht zum Klassenerhalt reichen wird?


Mattighofen verlor gegen Ranshofen, die mit den beiden Vicze Schwestern angetreten waren, mit 2:4

Für Mozart und Neumarkt ging es um nichts mehr – die Mannschaften trennten sich mit einem 3 : 3

 

RANGMANNSCHAFTMPPKT.
1SIR Schaffenrath1437,0
2ASK 21336,0
3Ranshofen 21336,0
4Schwarzach/Pjesak 11136,0
5Mattighofen 19611333,0
6Erdbau Mayrhofer Neumarkt 21233,0
7Mozart 19101031,5
8Ach/Burghausen 11027,5
9Zell am See825,5
10Yokozuna Uttendorf624,0
11ASK Post SV010,5

 

rv 8.4.2018

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